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Atelier Barbara Siegert

Geschichte und Grundgedanke des Malortes

1946 bis 1948 arbeitet Arno Stern in einem Kinderheim in Fontenay-aux-Roses bei Paris. Er nutze die Zeit, mit den Kindern des Heimes zu malen. Mehr durch Zufall und die einfachen vorgegebenen Bedingungen entwickelte sich ein Ort, in dem allein das Malen wichtig war.
Als seine Zeit in diesem Kinderheim zu Ende ging, waren seine Erfahrungen so eindrücklich, dass Arno Stern den Wunsch hatte, diese Praxis fortzusetzen und auch anderen diese Malerfahrung zu ermöglichen.
Er gründete einen Malort, der sich nach und nach zu dem entwickelte, was er heute noch ist. In den ersten Jahren der Malortpraxis macht Arno Stern die Beobachtung, dass die immer wieder entstehende Spur im Malspiel nicht der Kunst zuzuordnen, sondern Bestandteil eines eigenständigen Gefüges ist, welches einer inneren Notwendigkeit folgt. Das interessiert ihn und er forscht nach, fährt in Länder wie Peru, Afghanistan, Mexiko, Guatemala, Äthiopien, Neuguinea… Die Malspur findet sich überall wieder. Sie stellt für ihn so etwas wie einen universalen Code dar, der unabhängig vom jeweiligen Alter, dem Bildungsgrad sowie dem kulturellen, gesellschaftlichen oder religiösen Hintergrund existiert und Arno Stern hat den Wunsch nach einer ganz neuen Begrifflichkeit. Er nennt das Geschehen in seinem Malort ein "Malspiel“ (ein Malen ohne Absicht, ohne Aufgabe ohne Erwartung und Bewertung), und die Entstehende Spur nennt er "Formulation" (eine unbelastete natürliche Äußerung).